Der Blaue Lotos (Tim und Struppi, Band 4) von Hergé
Book Review / September 26, 2019

Der blaue Lotos von Hergé My rating: 3 of 5 stars “Der Blaue Lotus” entstand im Jahr 1934 und wurde bereits 1946 erneut überarbeitet und es wurden wiederum auch inhaltliche Änderungen vorgenommen. Auch hier versucht Hergé wieder eine “runde” Geschichte zu erzählen, doch leider mißlingt ihm das gründlich: Die Story besteht in wesentlichen Teilen aus Tims fortgesetzter Flucht und Wieder-Inhaftierung. Ein Entkommen ist dabei absurder als das Vorangegangene. Erstmals allerdings – und das spürt man wohltuend – hat Hergé sich nicht mehr einzig auf “Erlesenes” oder ihm Berichtetes verlassen, sondern hat sich – obschon nicht ganz ohne Druck – mit seiner Materie beschäftigt. War also bisher der Kolonialismus und Imperialismus uneingeschränkt gut und allenfalls die “edlen Wilden” als Relikte einer im Untergehen begriffenen und “minderwertigen” Kultur geduldet, schlägt das Pendel nun mehr in die andere Richtung aus – Hergé versucht sich mit Hilfe seines Freundes Zhang Chongren, einem chinesischem Künstler, ein besseres Bild zu machen und sich von bornierten Vorurteilen zu verabschieden. Er tut dies auf recht “platte” und naive Weise, aber – und das muß man sich bei der Beurteilung immer vor Augen halten – Hergé ist nun einmal Kind seiner Zeit und muß jedes Quäntchen Freiheit mühsam erringen….