Danke, liebes Universum!
Personal / September 13, 2020

Ich bin gebürtiger Niedersachse – sturmfest und erdverwachsen. Vor über 20 Jahren verschlug es mich hierher – und ich verfluchte mein Schicksal! Ausgerechnet die Pfalz! Mein “südliches Exil”, wie ich es jahrelang nannte. (Wobei “der Süden” bekanntlich südlich von Göttingen beginnt!) Die Menschen in der Pfalz sprechen seltsam. Jahrelang habe ich sie bitten müssen, langsam und deutlich zu sprechen. Denn “Pälzer” haben für ganz banale Dinge ganz merkwürdige Namen: “Grumbeer” sagen sie zur Kartoffel (und wenn sie nur genug aus ihrem “Dubbeglas” getrunken haben, sprechen sie auch schon mal mit ihren Grumbeern). (Und fangen wir gar nicht erst mit dem “Monnemerisch” jenseits des Rheins an…) Meinen Kindern habe ich jedweden Sprachfehler/Dialekt verboten und dies nötigenfalls mittels Strafe (meist blieb es aber bei Androhung derselben) durchgesetzt. Mit den Jahren wurde ich milder: Kleine Dialekt-Sünden wurden erst vergeben, dann übersehen. Dann begann, langsam, schleichend, lange unbemerkt, die Assimilation… Aber man will ja kein Dibbelschisser sein – oder gar piensen. In Wahrheit aber haben die Pfälzer immer mehr Rücksicht auf mich genommen als umgekehrt. Das nämlich zeichnet sie aus: Sie sind warmherzig und großzügig. Gesellig und häufig entwaffnend direkt.  Sie haben meine hochdeutsche Arroganz zumeist übersehen und meine Familie und mich herzlich aufgenommen….